Jahresrückblick 2023: Was ich verwirklicht habe

Jahresrückblick 2023: Was ich verwirklicht habe

Als ich im letzten Jahr meinen Rückblick geschrieben habe, war für mich klar, dass 2023 unter dem Titel verwirklichen stehen soll. „Denn ich möchte endlich das verwirklichen, wovon ich bisher nur im Verborgenen träume. Ich möchte verwirklichen, was ich bisher nur durchdenke. Raus aus dem Kopf und mehr ins Herz. Raus aus den Konzepten und mehr in die Praxis.“ Das habe ich vor einem Jahr geschrieben. Und was soll ich sagen? Ich habe mein Wort gehalten.

Arbeitsreich, umsetzungsstark, facettenreich

Die 3 Worte, die mein Jahr 2023 am besten beschreiben, sind: arbeitsreich, umsetzungsstark, facettenreich. Anfang des Jahres befand ich mich mittendrin: Der Abgabetermin meiner Masterarbeit rückte näher. Gleichzeitig befand ich mich in meiner Ausbildung zur Yogalehrerin. Und das alles während ich angestellt arbeitete und Stille Seiten im Hinterkopf hatte. Wenn ich zurückblicke, war das wahnsinnig viel, wofür ich mich entschieden hatte und was ich mir da selbst zugemutet hatte. Und doch hat das alles mein Leben wahnsinnig bereichert und wiederum neue Türen geöffnet. Aber der Reihe nach.

Ich habe mein Master-Studium beendet

Im Oktober 2022 begann mein 5. Semester an der ASH Berlin im Studiengang Biografisches und Kreatives Schreiben. In diesem letzten Semester hatte ich nur noch die Masterarbeit zu schreiben, der ich den Titel gab „Autor:innen des Lebens. Ein Schreibkonzept für eine kreativ-literarische Begegnung mit der eigenen Erinnerung“.

Und auch wenn es viel zu recherchieren, lesen, skizzieren, denken, sortieren und konzipieren gab: Ich habe es so gerne gemacht. Ich habe mich vertieft in die heilsame Wirkung von Sprache, die narrative Identität, den systemischen Ansatz, die Biografiearbeit, die narrative Therapie, die Poesie- und Bibliotherapie und kreatives und literarisches Schreiben. Vor allem an meinen freien Freitagen (ich habe in diesem Jahr meine angestellte Arbeitszeit auf eine 4-Tage-Woche reduziert) war ich wieder Dauergast in der Uni-Bibliothek und auch zweimal in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt – und habe mich an das Campus- und Uni-Leben aus meinem Bachelor-Studium erinnert gefühlt, das ich manchmal sogar vermisse.

Die fertige Masterarbeit, Unmengen Bücherstapel und die erste Post an die Autor:innen des Lebens zu Kursbeginn

Aus all diesen Konzepten habe ich ein Schreibangebot entwickelt, das Menschen dabei begleitet, das eigene Leben anders zu erzählen. Denn mein Wunsch war es, Räume und Möglichkeiten zu kreieren, sich kreativ-literarisch mit Erinnerungen auseinanderzusetzen, damit sich neue und heilsame Perspektiven auf die eigene Biografie eröffnen.

Die Masterarbeit habe ich im April 2023 abgegeben und im Sommer kamen Gutachten und Zeugnis: Ich bin offiziell Schreibpädagogin (M.A.).

Das Studium war ein wichtiger Wegbereiter. Ohne es gäbe es weder Stille Seiten noch meine Schreibangebote, noch hätte ich all die wunderbaren Kommiliton:innen kennengelernt und so viel erfahren und dazugelernt.

Die Autor:innen des Lebens im Praxistest

Nach einer Sommerpause habe ich das Konzept aus meiner Masterarbeit als 5-wöchige Online-Schreibwerkstatt zwischen September und Oktober 2023 angeboten: Autor:innen des Lebens – Ein neuer Blick auf alte Geschichten. Es hat sich eine kleine Gruppe wunderbarer Frauen dafür zusammengefunden.

Für mich war es das erste Mal, dass ich eine feste Gruppe begleitet habe. Meine früheren Schreibangebote waren jeweils offene Reihen gewesen. Doch genau diese Gruppe, in der Vertrautheit wächst, braucht es, damit ein Austauschen, Vorlesen und Erkennen (im anderen oder in anderen Worten) möglich wird – vor allem, wenn es um nichts weniger geht als Texte über das eigene Leben.

Anhand der lieben Worte und Rückmeldungen, die mich während und nach dem Kurs erreicht haben, konnte ich sehen, dass es mir gelungen war. Es war mit gelungen, dieses Konzept zum Leben zu erwecken und die Teilnehmerinnen dazu inspirieren, ihren Lebensweg in einem neuen Licht zu betrachten.

Inspirierend! Sehr achtsame Kursleitung und Gruppenatmosphäre. Sehr rundes Konzept. Schöne Abwechslung in den Übungen.

Ich war selbst oft erstaunt über die innere Fülle und Vielfalt, die die Schreibimpulse aus mir hervorgelockt haben. Und habe es als sehr bereichernd erlebt, mich auf diese Weise wieder selbst ein Stück mehr und anders kennenzulernen!

Ann-Christin führt mit sehr viel Feingefühl durch die Schreibübungen und auch durch den Austausch in der Gruppe und lässt Raum, sich zu erinnern. Ein Raum der tiefen Zeit und der Stille, wie man ihn heute selten findet.

Mich haben diese Worte mitten ins Herz getroffen und bestärkt. Die Autor:innen des Lebens werden daher im kommenden Jahr in die nächste Runde gehen. Ich plane, sie im Frühling und im Herbst anzubieten. Wenn du dich davon angesprochen fühlst, kannst du dich unverbindlich für die Warteliste 2024 eintragen und erfährst als erste, wenn die neuen Termine feststehen.

Ein neues Format: die Rauhnachtspost

Eins meiner Ziele für 2023 war ein Schreibangebot zu den Rauhnächten. Seit einigen Jahren gestalte ich die magische Zeit zwischen den Jahren für mich, um das Jahr zu reflektieren und mich neu auszurichten. Und so habe ich die Rauhnachtspost entwickelt, um sich Zeit zu nehmen für Einkehr, Rückschau, Neuausrichtung. Es ist eine Reihe von Schreibimpulsen per E-Mail, die die Themen der einzelnen Nächte aufgreift und dazu einlädt ein, schreibend in sich zu gehen, sich zuzuhören, das Jahr zu reflektieren und sich neu zu sortieren.

Wenn dieser Jahresrückblick erscheint, sind wir also noch mittendrin. Das Interesse an der Rauhnachtspost war groß und ich bin sehr gespannt auf das Feedback und was ich daraus wieder dazulerne.

Wenn dich die Rauhnächte interessieren und du nach Impulsen zum Schreiben und Kreativsein für den Jahreswechsel 2024/2025 suchst, kannst du dich auch hierfür unverbindlich auf die Warteliste setzen.

Und falls du noch nach Fragen suchst, die du dir für deinen Jahresrückblick stellen kannst, findet du hier welche für deine Jahresreflexion.

Stille Seiten in Zahlen

  • 260 Leser:innen meines Newsletters Stille Post
  • 27 Ausgaben* der Stillen Post
  • 44 Teilnehmer:innen an meinen Schreibangeboten (manche von ihnen haben mehr als einmal mitgeschrieben)

*In diesem Jahr habe ich den Rhythmus der Stillen Post von wöchentlich auf 2-wöchentlich umgestellt. Grund dafür waren die fehlenden Kapazitäten durch meine beiden Abschlüsse. Da dieser Rhythmus auch danach deutlich besser für mich funktioniert hat, habe ich ihn beibehalten.

Ein Traum wurde wahr: meine Ausbildung zur Yogalehrerin

Um zu verstehen, wie viel mir dieser Punkt bedeutet, machen wir einen Zeitsprung. Während der Oberstufe habe ich Yoga für mich entdeckt und ich muss ein wenig schmunzeln, dass es damals auf dem Nintendo DS war. Das Spiel hieß Let’s Yoga. Bis heute übe ich Yoga hauptsächlich zu Hause, inspiriert durch Videos und Bücher verschiedener Lehrer:innen. Es ist eine sehr individuelle Praxis, die sich mit mir weiterentwickelt und die ich an meine Tagesform anpasse.

Im Sommer nach dem Abitur habe ich Der Weg des Künstlers von Julia Cameron gelesen und schreibe seitdem Morgenseiten. In einer Übung ging es darum, aufzuschreiben, was ich tun würde, wenn ich verschiedene Leben hätte. In einem Leben habe ich Schreibwerkstätten geleitet, in einem anderen Leben war ich Yogalehrerin. Das habe ich 2008 aufgeschrieben.

Und nun – 15 Jahre später – habe ich mir beides erfüllt.

Meine 200-Stunden-Ausbildung zur Yogalehrerin hat im September 2022 in Frankfurt gestartet. Ein halbes Jahr lang hatten wir jeden Monat ein intensives Blockwochenende. Die vielen, vielen Stunden im Yoga-Studio waren unbeschreiblich wertvoll. Neben der Praxis in Asana, Pranayama und Meditation haben wir so viel Neues gelernt über Anatomie (experimentelle und energetische), Philosophie, den Stundenaufbau (Sequencing), das Unterrichten und so viel mehr. Die uralte Weisheit dieser Traditionen, die Ganzheitlichkeit und das Menschenbild dahinter fasziniert mich besonders. Yoga ist so viel mehr ist als eine körperliche Praxis. Yoga ist ein Lebensweg, der so viele Konzepte und Methoden, aber auch Orientierung bereithält, wie wir unser Leben gestalten können. Und deshalb ist Yoga auch ein Erkenntnisweg.

Die Zeremonie nach Abschluss der Prüfung, Aerial Yoga und viele Stunden auf der Matte

Die Yogamatte ist wie ein Spiegelbild und so habe ich dort auch viel über mich gelernt. Meine Yoga-Praxis lehrt mich gerade, Freude an der Wiederholung und der Vertiefung zu finden. Denn als jemand mit sogenannten Scanner-Persönlichkeitsanteilen, suche ich die Vielfalt und Abwechslung und ziehe das Neue gerne der Wiederholung vor. Diese Themenfülle bringt so viel Neues in mein Leben und auch in meine Arbeit als Schreibpädagogin ein. Gleichzeitig erschöpft sie mich. Und was ich in diesem Jahr alles gleichzeitig gestemmt habe, ist das beste Beispiel dafür. Ich erkenne immer mehr, dass genau das mein Ankommen im Leben verhindert, nach dem ich mich eigentlich sehne. Und dass ich mehr Fokus und Geduld finden will, um alles zu seiner Zeit auszuleben.

Eine meiner wichtiges Lektion in der Yogalehrer-Ausbildung war Akzeptanz. Die Akzeptanz, dass mein Körper gerade da ist, wo er ist und wir alle einen anderen Körper und anderen Weg hinter uns und vor uns haben.

Passend dazu möchte ich meine Entdeckung des Jahres mit dir teilen: Manuela Mitevova mit ihrem Online-Programm Hips Like Honey. Ich habe nämlich mit dem zu tun, was sich im englischen tight hips nennt. So war das viele Sitzen auf dem Boden während der Ausbildung anfangs eine Herausforderung für mich. Lange habe ich gedacht, dass ich mit dieser fehlenden Mobilität in den Hüften (trotz Übungspraxis) kein Yoga unterrichten könnte. Oder, dass ich im Schneidersitz die Knie vollständig zu Boden bringen muss. Natürlich sehe ich, dass all das nichts über meine Qualitäten als Lehrerin aussagt (und auch nichts mit Yoga zu tun hat). Und dass jede:r anatomisch bedingt unterschiedliche Möglichkeiten hat.

Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist, dass der Körper auch emotionale Spannung in sich hält und dieser wollte ich mich zuwenden. Die Übungen aus Hips Like Honey sind Teil meiner Yogapraxis geworden und ich habe nicht nur aus körperlicher Sicht Fortschritte gemacht. Auch emotional hat es mich mit den Gefühlen von Ungeduld und Stagnation in Kontakt gebracht und auch mit der Erfahrung, mit dem Unbequemen sein zu können.

Die Ausbildung endete im Februar 2023 mit einer wundervollen Zeremonie. Was ich aber auch gespürt habe: So eine Ausbildung ist erst der Anfang. Meine eigene Art zu unterrichten wartet noch darauf, von mir entdeckt und entwickelt zu werden. Auch mich als Yogalehrerin muss ich erst noch kennenlernen. Ich bleibe also immer auch Schülerin. Und dafür gibt es zum Glück zahlreiche Möglichkeiten. Im Herbst habe ich mich bereits in folgenden Vertiefungen weitergebildet, die andeuten, in welche Yoga-Richtungen ich mich entwickeln möchte:

  • Hormon Yoga
  • Aerial Yoga
  • Yin Yoga
  • traumasensibles Yoga

Welche Verbindung hast du zum Yoga?

Herausforderung: Sichtbarkeit & Präsenz

Ich bin mir sicher, dass ich damit nicht alleine bin: Dass es zunehmend schwieriger wird, sich zu konzentrieren, sich nicht ablenken zu lassen, nicht jedem inneren und äußeren Impuls gleich nachzugehen, bei sich zu bleiben, innezuhalten.

Ich darf mich selbst immer wieder daran erinnern, achtsam zu werden und wirklich dort zu sein, wo meine Füße gerade sind. Dieses Bild gefällt mir sehr gut, weil es sehr schön verbildlicht, wenn ich mit den Gedanken überall bin, nur nicht im gegenwärtigen Moment. Es ist der Körper, der Atem, der im Jetzt stattfindet und der mich immer wieder in den Moment zurückholen kann.

Und so habe ich meinen Weg in all dem digitalen Lärm noch nicht gefunden. Weil ich mir manchmal selbst nicht sicher bin, wie sehr ich Social Media Kanäle bespielen kann und will, um damit ein Teil der großen Ablenkung und Zerstreuung zu sein. Wie authentisch ist es, sich selbst weniger in diesen Medien bewegen zu wollen und sie dann zu füllen?

Mein wichtigster Kanal ist und bleibt meine Webseite und die Stille Post. Und für mein Instagram-Profil suche ich noch nach (m)einer Antwort und dem passenden Maß.

Die Sache mit dem Ausruhen und den Auszeiten

Im letzten Jahr habe ich einen Satz geschrieben, an den ich mich selbst immer wieder erinnern darf:

Wir alle dürfen uns mehr Pausen nehmen und ausruhen – nicht erst, wenn die Arbeit erledigt ist (das ist sie übrigens nie), sondern bevor es notwendig wird.

Das mit den Ruhe- und Auszeiten ist nach wie vor nicht leicht für mich. Immerzu bin ich mit irgendeinem Thema oder Projekt beschäftigt. Dabei sind Pausen der Beginn von allem. Aus der Entschleunigung heraus haben wir erst die Kapazitäten für andere Dinge und können erkennen, was wirklich wesentlich ist.

Ich habe in diesem Jahr zwei sehr inspirierende Bücher gelesen, die unter anderem diese Gedanken aufgreifen und den Bogen noch viel weiter spannen. Darin finden sich so viele Ideen und Anregungen, das Leben ganz praktisch und im Kleinen nach Werten auszurichten, die unserer menschlichen Natur viel näher sind und zu einem wertvolleren Zusammenleben beitragen. Es sind die Bücher Care – Was wir gewinnen, wenn wir uns Zeit lassen von Brooke McAlary und Echter Wohlstand von Vivian Dittmar.

Eine sehr schöne Auszeit hatte ich diesen Sommer in Seefeld in Tirol

Besondere Momente im Jahr 2023

An manchen Tagen ist mir schmerzlich bewusst geworden, dass kreative Arbeit auch einsame Arbeit ist. Umso schöner ist es, den Weg dahin und das Ergebnis mit anderen zu teilen. Und umso wichtiger ist es, am echten Leben teilzunehmen jenseits von Bildschirmen und Büchern.

Für mich war es das Konzert von VV im Februar 2023. Es ist das Solo-Projekt von Ville Valo und für mich, die bereits mit 11 Jahren ein großer Fan der Band HIM war, war es ein besonderes Erlebnis. Im März habe ich eine Schneewanderung zur Wasserkuppe gemacht, im April ein Weingut besucht, im Mai einen Kurztrip nach Paris unternommen (besonders gefallen hat mir das Musée Marmottan Monet in einer wunderschönen Villa und das Künstlerviertel Montmartre) und im Oktober einen freien Freitag in der Herbstsonne genossen.

Besondere Momente im Jahr 2023 – abseits von Bildschirmen und Büchern

Ausblick 2024: Wohin führt der Weg?

Ziele sind Wegweiser und sie halten mich auf Kurs. Auch wenn ich nicht alle meine Ziele aus dem vergangenen Jahr verwirklicht habe, so bewege ich mich kontinuierlich auf sie zu. Aus all den Themen, die in diesem Jahresrückblick bereist anklingen, werden mich folgende weiter durch 2024 begleiten:

  • Ich möchte das Schreibangebot auf Stille Seiten weiterentwickeln. Dazu gehört, dass ich bewährte Kurse wie die Autor:innen des Lebens und die Rauhnachtspost wiederhole und verfeinere. Gleichzeitig möchte ich neue Formate testen. Ich denke da an Jahreszeiten-Schreibwerkstätten und Themen-Workshops.
  • Der Blog auf Stille Seiten möchte wieder mit Leben gefüllt werden. Ich habe große Lust, regelmäßig neue Artikel zu schreiben und Themen zu vertiefen.
  • Für mich steht gleich zu Beginn des Jahres ein Umzug raus aus der Stadt in ein anderes Bundesland mit einem neuen Alltag an.
  • Rund um diesen neuen Ort will ich mir ein Standbein als Yogalehrerin aufbauen.
  • Ich möchte mich mehr mit den Themen Sprache, Stimme und Präsenz beschäftigen und spüre, dass dies genau meine Berührungspunkte zwischen Schreiben und Yoga sind. Die Verbindung zwischen beidem werde ich in den kommenden Jahren weiter knüpfen.
  • Und natürlich: Mehr Momente der Ruhe, Präsenz, Auszeiten und mehr Musenstunden für mein eigenes Schreiben, die Literatur und alles, was mich inspiriert.

Mein Wort für das Jahr 2024

Wie immer wähle ich auch für das kommende Jahr ein Wort, von dem ich mir wünsche, dass es mich durch das neue Jahr tragen wird. Es ist das Wort: ankommen.

Ich wünsche mir, anzukommen: in meinem neuen Zuhause, in meiner neuen Rolle als Yogalehrerin, in meiner Rolle als Schreibpädagogin, die ich immer weiter ausgestalte, in meinem Körper und in den stillen und entschleunigten Momenten des Lebens. Es soll ein Ankommen sein im Hier und Jetzt. Ein Ankommen von Augenblick zu Augenblick.

Hast du auch ein Wort für dein Jahr 2024 gefunden? Ich freue mich, wenn du es in den Kommentaren teilst.

Ich wünsche dir einen wunderbaren Übergang ins neue Jahr. Danke, dass du auch in diesem Jahr ein Teil von Stille Seiten warst!

Wundervolle Rauhnächte – Meine liebsten Impulse und Rituale für einen achtsamen Jahreswechsel

Wundervolle Rauhnächte – Meine liebsten Impulse und Rituale für einen achtsamen Jahreswechsel

Wenn die Winternächte tief und rau sind und die Natur sich in sich selbst zurückzieht, beginnt die magische Zeit der Rauhnächte. Über die 12 Nächte zwischen dem 25. Dezember und dem 5. Januar gibt es die unterschiedlichsten Überlieferungen. Es sind jahrtausendalte Mythen, Bräuche und Rituale, die auf die Kelten und Germanen zurückgehen sollen.

Was die Rauhnächte auch heute noch so wertvoll und faszinierend macht, ist die besondere Zeitqualität, die zwischen den Jahren schwingt.

Es ist eine Zeit, die zum Innehalten einlädt in einer Welt, deren Uhren immer lauter ticken.

Es ist eine Zeit, um Halt in Ritualen zu finden, in einer Welt, deren Erde immer wieder erschüttert wird.

Es ist eine Zeit, um sich der Stille anzuvertrauen und Kraft aus sich selbst zu schöpfen.

Es ist eine Zeit, um innere Ordnung zu schaffen.

Da mir diese Zeit seit einigen Jahren sehr viel schenkt und zu meinen Höhepunkten im Jahr zählt, verrate ich in diesem Artikel, wie ich meine Rauhnächte gestalte.

Die Rauhnächte als Zeit des Rückblicks

Während der Rauhnächte stehen wir mit einem Fuß im alten und mit dem anderen Fuß im neuen Jahr. Ich nutze daher die Zeit auf der Schwelle, um mich vom alten Jahr zu verabschieden. In meinem Jahresrückblick versammle ich all die schönen und herausfordernden Momente und betrachte das Jahr in seiner Gesamtheit. Wo stand ich noch vor einem Jahr und wo jetzt? Ich wertschätze alles und jeden, der Teil davon war.

Und auch wenn die Vorfreude auf das neue Jahr groß ist, lege ich Wert auf einen Abschluss. Ich ziehe im wahrsten Sinne des Wortes einen Schlussstrich. Was ist noch offen geblieben? Was kann und will ich zu Ende bringen?

Es gibt den schönen Brauch, vor den Rauhnächten alle offenen Rechnungen zu begleichen und Geliehenes an ihre Besitzer zurückzugeben. Ich mache das zusätzlich gerne auf emotionaler Ebene und bezogen auf meine Ziele und Projekte: Was möchte ich hier und heute abgeben? Und was möchte ich bewusst weiter mitnehmen? Woran möchte ich dranbleiben, und woran nicht?

Hierfür nutze ich mein Journal, stelle mir selbst Fragen und reflektiere. Fragen für den Jahresrückblick findest du in diesem Beitrag.

Platz schaffen für das neue Jahr

Mein Jahr zu sortieren, hat für mich neben der inneren Ordnung auch viel mit der äußeren Ordnung zu tun. In Vorbereitung auf die Rauhnächte kann die Zeit vor Weihnachten gut zum Aufräumen, Aussortieren, Entrümpeln und Saubermachen genutzt werden. Ich gehe dann gerne von Raum zu Raum, räume auf, räuchere jeden Raum und sammle dabei die Gegenstände, die ich nicht mehr brauche und stattdessen verkaufen oder weggeben will.

Der Tradition nach soll während der Rauhnächte nicht entrümpelt werden. Das Reinigen in dieser Zeit bezieht sich vor allem auf Ordnung, Sauberkeit und die energetische Reinigung durch das Räuchern.

Mit dem Räuchern halte ich es sehr einfach und ohne viel Equipment. In den Rauhnächten lege ich abends gerne Räucherwerk auf ein passendes Stövchen und sitze nur im Kerzenschein des Teelichts für eine Weile in Stille oder meditiere dazu. Dieses Ritual verbinde ich gerne mit Orakelkarten.

Botschaften und Träume empfangen

Die Rauhnächte werden in manchen Traditionen auch als Lostage bezeichnet. Demnach soll jede Rauhnacht Hinweise für einen Monat des nächsten Jahres bereithalten. Die erste Rauhnacht für den kommenden Januar, die zweite für den Februar usw. Aus diesem Grund kann es sehr wertvoll sein, die Sinne auf Empfang zu stellen und am jeweiligen Tag nach innen zu lauschen, zu beobachten und wahrzunehmen.

Orakelkarten oder auch Tarotkarten können schöne Impulsgeber sein und die Intuition ansprechen. Ich habe die wunderschönen Orakelkarten Mystische Momente* und durch die Texte zu jeder Karte im beiliegenden Booklet gibt es die Möglichkeit, sich im Bild und im Text zu erkennen. Die Karten können verdeckt gezogen oder offen ausgebreitet werden. Die zweite Variante ist noch intuitiver, da du unter den vielen Karte genau die eine wählst, zu der es dich hinzieht.

Übrigens: Das Kartenziehen ist in schönes Ritual, dass man gemeinsam mit Freunden und Familien am Weihnachts- oder Silvesterabend machen kann. Ich habe immer sehr viel Offenheit und Neugier erfahren, wenn ich die Orakelkarten dabei habe.

Eng verbunden mit der mystischen Rauhnachtszeit sind Träume, da sie unserem Unterbewusstsein entspringen und der Zugang zur Intuition in dieser Zeit erhöht ist. Ich führe während der Rauhnächte ein Traumtagebuch und schreibe sie jeden Morgen hinein. Manchmal erinnere ich mich sehr genau, manchmal nur vage. Ich notiere immer so viel und so bildhaft wie ich mich erinnern kann. Auch diese Träume betrachte ich als eine Botschaft für den zur Rauhnacht zugehörigen Monat.

Für Wünsche und Gedanken öffnen

Das Ritual der 13 Wünsche gehört für mich zu den schönsten Ritualen der Rauhnächte. Um die Wintersonnenwende herum schreibe ich meine 13 Wünsche für das nächste Jahr auf kleine Zettel und bewahre sie in einem schönem Beutel auf. In jeder Rauhnacht verbrenne ich einen dieser Wünsche und übergebe deren Erfüllung symbolisch dem Universum. An diesem Ritual mag ich besonders, dass es mich dazu anregt, mich bewusst zu fragen, was ich mir für das nächste Jahr wünsche, was passieren und was sich verändern darf. Es ist für mich, als würde ich meine Kompassnadel für das neue Jahr ausrichten.

Jede Rauhnacht wird mit einem bestimmten Thema in Verbindung gebracht. Ich nutze hierfür unter anderem Journaling-Fragen und setze mich schreibend mit diesen Thema in meinem Journal auseinander. Dabei verbinde ich die Themen mit meinem Jahresrückblick und meiner Ausrichtung auf das neue Jahr. Inspirierende Fragen für den Jahresstart findest du hier.

Das Rauhnachtstagebuch als Begleiter für das ganze Jahr

Mein wichtigster Begleiter durch die Rauhnächte ist mein Journal und ein Stift. Auf den Seiten öffne ich mich für meine Wünsche und Gedanken und sie werden so zu einer wahren Schatzkiste, in die ich auch im Laufe des Jahres immer wieder reinschaue.

Ich bewahre all meine Aufzeichnungen zu den 13 Wünschen, meinen Träumen, aus dem Journaling, den Botschaften und Beobachtungen auf – und das kann ich dir nur ans Herz legen. Ich bin jedes Mal tief berührt, wenn ich darin lese. Vor allem, wenn ich sehe, welche Wünsche in Erfüllung gegangen sind. Oft ist es mir erst beim Durchlesen aufgefallen, denn im Laufe des Jahres kann es schon passieren, dass ich es aus den Augen verliere.

Die Rituale der Rauhnächte individuell gestalten

All diese Rituale lasse ich zusammenfließen und baue sie in den Verlauf meines Tages ein. In meinen ganz persönlichen Rauhnächten verbinde ich Reflexion, Schreiben, Achtsamkeit und Natur miteinander und gebe mir dabei Raum für Stille und Intuition.

Das sieht dann so aus:

  • Morgens schreibe ich meine Träume auf oder das, was davon übrig geblieben ist. Meistens lasse ich mein Journal gleich offen und schreibe und reflektiere das jeweilige Tagesthema.
  • Im Laufe des Tages ziehe ich einen Wunschzettel aus dem Beutel, verbrenne ihn und gebe ihn später bei einen Spaziergangs der Natur zurück.
  • Abends zünde ich Räucherwerk an und ziehe eine Orakelkarte. Ich bleibe in Stille, um meine Botschaft für den zugehörigen Monat zu empfangen und danach aufschreiben.

Eine Zeit, um neue Routinen zu pflegen

Die Rauhnächte können der Beginn von schönen Routinen in deinem Alltag sein. Vielleicht spürst du, wie gut dir tägliche Spaziergänge tun. Vielleicht merkst du, wie entlastend das tägliche Schreiben sein kann. Vielleicht möchtest du deine Intuition stärken und regelmäßig Impulskarten ziehen oder du möchtest Sinnlichkeit in Form von Düften und Kerzen mehr Raum in deinen Alltag geben.

Ich wünsche mir, dass ich dich inspirieren konnte, deine Rauhnächte individuell und zu dir passend zu gestalten. Wenn du dir konkrete Ideen für dein Rauhnachtstagebuch wünscht und nach kreativen Schreibimpulsen zu den Themen der Rauhnächten suchst, habe ich etwas für dich: die Rauhnachtspost.

Suchst du einen Begleiter für die Rauhnächte 2024?

Die Anmeldung für die Rauhnachtspost 2023 ist bereits geschlossen. Doch vielleicht möchtest du sie dir für das Jahr 2024/2025 vormerken. In der Rauhnachtspost erreichen dich Nacht für Nacht 12 Impulse per E-Mail, die zum Schreiben, Reflektieren und Kreativsein inspirieren. Bevor es losgeht wirst du mit Inspiration für ein Loslass-Ritual zur Wintersonnenwende und das Ritual der 13 Wünsche auf die magische Zeit eingestimmt.

Die Rauhnachtspost lässt dir den Raum, die Rauhnächte in deinem eigenen Rhythmus zu gestalten. Lass dich von den Impulsen tragen und deine Worte in Fluss bringen. Vertraue darauf, Worte für dein Jahr zu finden, Kraft in der Stille und im Augenblick zu sammeln, und klar und ausgerichtet in das neue Jahr hinüberzugleiten.

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Jahresrückblick 2022: Durchbruch

Jahresrückblick 2022: Durchbruch

Ich habe dieses Jahr damit begonnen, dass ich die Worte Balance & Intuition als Überschrift für 2022 gewählt hatte. Das sollte für Stille Seiten und mein Leben gelten. Wie sehr ich und vor allem mein Körper aus der Balance geraten sind, musste ich dabei erst einmal erkennen. Und dass Balance kein Zustand ist, den ich nur einmal herzustellen brauche. Nein, es ist ein stetiger Balanceakt und irgendetwas wird dabei immer zu kurz kommen. Was ich auf der Suche nach meiner Balance in diesem Jahr alles gefunden habe, liest du hier im Jahresrückblick.

 

 

Auf Stille Seiten war es nicht mehr still

Im März und April habe ich durch mein erstes Schreibangebot geführt: Verbunden mit mir – Schreibend mich selbst entdecken. Es war eine 8-wöchige Reihe an Online-Schreibabenden mit einem immer anderen, stärkenden Thema im Mittelpunkt. Wir haben reflektiert, imaginiert, Bild-Collagen erstellt, in die wir schreibend eingetaucht sind, zu Musik geschrieben und die Worte und Bilder anderer als Quelle der Kraft und Inspiration genutzt. Das Konzept dafür habe ich im Rahmen meines Praxisprojekts im Studium entwickelt.

Für all meine Teilnehmerinnen waren die Abende eine kreative Auszeit, zu der mich sehr liebe Worte erreicht haben:

Stimmen der Teilnehmerinnen der Online-Schreibabende

Für mich hätte dieser Start nicht besser laufen können: Ich habe mich in meiner Rolle als Gastgeberin und Schreibgruppenleiterin sehr wohl und am richtigen Platz gefühlt. Mir ist so viel Wertschätzung begegnet, die mir gezeigt hat, dass mein Konzept wirkt. Und dass das, was mich inspiriert, auch das ist, was andere zum Schreiben bringen kann.

Aus dieser Reihe ist nun ein monatliches Format entstanden: Seite für Seite – Offene Schreibabende für Herz & Seele. Jeder Online-Schreibabend widmet sich einer anderen Seite an dir. Seite für Seite lernst du dich und deine Facetten besser kennen.

Ein weiteres Highlight war und ist für mich mein Newsletter. Am 2. Januar habe ich begonnen und verschicke seitdem Sonntag für Sonntag einen Schreibimpuls zusammen mit einem Bild. Dieses Jahr gab es 52 Ausgaben der Stillen Post.

Im Februar ist Stille Seiten auf Instagram gestartet. Dort teile ich regelmäßig Schreibimpulse, Reflexionsfragen, Schreibmethoden, Gedanken und Worte, die mich berühren.

Screenshot des Instagram Grid von Stille Seiten

Das letzte Semester und drei Präsenz-Seminare in Berlin

Nach den vielen Online-Semestern fanden die Seminare des Sommersemesters zum ersten Mal wieder vor Ort an der ASH in Berlin statt. Dort habe ich all meine Kommiliton*innen zum ersten Mal vor mir stehen sehen. Und da wir uns über unsere Texte, Gruppenarbeiten und den Austausch bisher nur virtuell kennengelernt hatten, hatte es dennoch etwas Vertrautes in dieser Runde zusammenzukommen. Das Seminar, das wir zum Modul Creative Writing – Romanwerkstatt hatten, ist mir besonders in Erinnerung geblieben und wie wir uns gegenseitig unsere Texte vorgelesen haben. Da war Großartiges dabei. Dieses Modul hat mich einem Projekt wieder näher gebracht, meinem eigenen Roman. Für die Prüfungsleistung habe ich es für kurze Zeit aus dem Dornröschenschlaf erweckt und werde weiter daran schreiben – sobald meine Prioritäten wieder anders liegen.

Inzwischen studiere ich im letzten Semester Biografisches und Kreatives Schreiben und schreibe seit Herbst an meiner Masterarbeit. Darin entwickle ich ein Konzept für einen Kurs, der biografischen und literarisches Schreiben miteinander verbindet. Ich habe vor, ihn danach auch hier auf Stille Seiten anzubieten und durchzuführen. Wenn es so weit ist, lasse ich rechtzeitig von mir hören 😊

Collage: Was mich lebendig macht

Was mich lebendig macht: Begegnungen (wie die an der ASH oben rechts im Bild), gutes Essen, Yoga und Natur (zum Beispiel mein kleiner Garten oben links)

Was hat es mit dem Durchbruch auf sich?

Rückblickend gebe ich meinem Jahr den Titel: Durchbruch. Ich habe mich vorgewagt. Ich habe meine eigenen Limitierungen durchbrochen. Ich habe gesehen, erkannt, hinterfragt, die Dinge anders gemacht. Das hat sehr viel Raum für neue wundervolle Erfahrungen, Begegnungen und Menschen in meinem Leben geöffnet.

Gleichzeitig habe ich meine eigenen körperlichen Grenzen durchbrochen, die nicht hätten verletzt werden dürfen (und das nicht erst in diesem Jahr, doch es ist mir erst in den letzten Monaten klar geworden). Vor allem das Thema ausruhen und weniger tun hat mich begleitet und ist noch immer ein Lernprozess für mich.

Bild Collage zum Thema Wasser

In den Sommermonaten habe ich viel Zeit am und im Wasser verbracht.

Menschen, deren Botschaften mich 2022 begleitet haben

Durch das Jahr und meine Durchbruch-Prozesse haben mich auf die ein oder andere Weise zwei Frauen begleitet.

 

  • Einmal der Podcast der wunderbaren Verena König, die sagt: Das Wissen über Trauma hat die Kraft, die Welt zu verändern. Meine (innere) Welt hat sie damit bereits verändert und ich werde es auf meinem Weg und in meinem Wirkkreis weitertragen.
  • Und Nicola Jane Hobbs, auf die ich durch ihre Yoga-Bücher und Journaling-Inspiration aufmerksam geworden bin. In diesem Herbst hat sie The Relaxed Women gelauncht, womit sie einen neuen weiblichen Archetypen geschaffen hat. Die Gedanken auf ihrem Instagram-Account tun einfach sehr gut. Wir alle dürfen uns mehr Pausen nehmen und ausruhen – nicht erst, wenn die Arbeit erledigt ist (das ist sie übrigens nie), sondern bevor es notwendig wird.
Collage zum Thema Lebendigkeit

Wenn ich einen zweiten Titel für mein Jahr finden müsste, wäre es: Lebendigkeit, weil es so viele lebendige Momente darin gab.

Ausblick 2023: Was ich vertiefen möchte

An dieser Stelle schaue ich gerne in den vergangenen Jahresrückblick. Alles, was dort steht, hat mich tatsächlich in der ein oder anderen Form beschäftigt. Für das kommende Jahr möchte ich folgende Themenschwerpunkte setzen:

  • Wortschatz: Um den Umgang mit Worten, der (eigenen) Be-Deutung von Worten geht es immer wieder in den Impulsen in der Stillen Post. Diesen Ansatz möchte ich gerne weiterverfolgen.
  • Biografisches Schreiben: Im vergangenen Ausblick war es mein Wunsch, mich tiefer damit zu beschäftigen, wie aus persönlichen Texten Geschichten entstehen. Dem komme ich nun durch meine Masterarbeit näher, an deren Ende ein Konzept für einen solchen Kurs stehen wird.
  • Ruhe, Pausen und (Mini-)Auszeiten kultivieren.
  • Da ich seit den letzten Jahren fast nur noch Fach-, Sachbücher und Ratgeber lese, möchte ich mich wieder mehr Literarischem und Lebendigem zuwenden. Zurzeit interessiere ich mich für die Genres Memoir, Autobiografien und Autofiktion.
  • Meine Yoga-Praxis vertiefen und mit dem Schreiben verbinden.
  • Weitere (Online-)Angebote für Stille Seiten entwickeln: Ich denke an eine 1:1 Schreibbegleitung, Themen-Workshops und der oben genannte Kurs im Biografischen Schreiben. Dafür habe ich mir für das kommende Jahr Zeit und Raum genommen (denn ich habe das alles bisher neben einer Vollzeit-Anstellung gemacht). Seit Längerem ist es mein Wunsch, auch ein Schreibangebot speziell zu den Rauhnächten zu machen, da sie Jahr für Jahr für mich eine so wundervolle Zeit zum Zurückziehen und Reflektieren sind. Vielleicht nutze ich die magische Zeit zwischen den Jahren, um etwas für das kommende Jahr zu entwickeln.

Mein Wort für 2023 wird: verwirklichen. Denn ich möchte endlich das verwirklichen, wovon ich bisher nur im Verborgenen träume. Ich möchte verwirklichen, was ich bisher nur durchdenke. Raus aus dem Kopf und mehr ins Herz. Raus aus den Konzepten und mehr in die Praxis.

Hast du auch ein Wort, das dich durch 2023 begleiten und dir dabei helfen darf, den Fokus zu halten? Teil es gerne mit mir in den Kommentaren.

Schreiben zum Jahreswechsel

Wenn du dein Jahr für dich reflektieren und dich auf das neue Jahr ausrichten möchtest, lade ich dich herzlich zu den kommenden Schreibabenden ein:

Ankündigung: Schreibabend Jahresrückblick 2022
Ankündigung: Schreibabend zum Jahresstart 2023

Mein Dank geht an alle, die das hier lesen und mich von nah und fern begleiten. Danke, an alles, was mir Anlass zum Schreiben gegeben hat. Danke an alle, die mit mir gemeinsam geschrieben haben. Danke, dass auch du den Weg gehst, um dir selbst (schreibend) zu begegnen und dich auf die eine oder andere Weise dabei von mir inspirieren und begleiten lässt.

Einen wunderschönen Jahresausklang mit viel Zeit für dich und mit deinen Lieben, zum Schreiben, Innehalten und Ausruhen.

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Jahresrückblick 2021: Neuausrichtung

Jahresrückblick 2021: Neuausrichtung

Die Kraft, die in meinem Jahr gesteckt hat, hat sich erst gegen Ende gezeigt. Nach außen war wenig sichtbar und es waren vor allem innere Prozesse, durch die ich gegangen bin. Das wichtigste Ergebnis meiner Neuausrichtung: Aus Federschrift wird Stille Seite. Was das bedeutet und was mich in diesem Jahr noch bewegt hat, liest du im Jahresrückblick 2021. 

 

Das Schreiben und das Studium

Ich studiere inzwischen im 3. Semester Biografisches und Kreatives Schreiben an der Alice Salomon Hochschule Berlin. Es gefällt mir nach wie vor sehr gut und ich habe in diesem Jahr so viel geschrieben wie schon lange nicht mehr: Tagebuch, Morgenseiten, Erinnerungen, Kurzgeschichten, Miniaturen, Lyrik, Haikus, Reflexionen.

Zwei Kurzgeschichten habe ich als Prüfungsleistungen eingereicht. Eine Idee für eine Kurzgeschichte geht auf eine Begegnung zurück, die sieben Jahre zurückliegt. Ich habe zugehört und weiß noch, wie ich dachte, dass man darüber eine Geschichte schreiben muss. Diesen Gedanken habe ich nun so viel Jahre mit mir herumgetragen und die Geschichte endlich aufgeschrieben – und das sogar so, wie ich sie mir immer vorgestellt hatte.

Durch den Termindruck und die Prüfungsleistungen ist so viel in so kurzer Zeit entstanden: Ich habe drei Monate lange einen wöchentlichen Blog als Nebenprojekt geführt. Zuletzt habe ich ein Konzept für eine Reihe von Online-Schreibabenden erarbeitet, auf die du dich im Frühjahr 2022 freuen kannst.

Was ich sonst so in Frankfurt gemacht habe? Am Main, draußen oder im Garten sein 😊

Neuausrichtung: Aus Federschrift wird Stille Seite

Zum Jahresende wollte all das nach draußen, was sich bei mir im Innen bewegt hat. Wenn ich mir die Webseite von Federschrift nur angesehen habe, wusste ich: Das bin ich nicht mehr inhaltlich, das bin ich nicht mehr auf den Bildern. Ich bin rausgewachsen. Das habe ich bereits gemerkt, als ich während des Studiums besagten Blog führen sollte, dem ich den Titel Stille Seiten gab.

Bewusst offen habe ich nach einem neuen Thema gesucht und bin – natürlich – wieder beim Schreiben gelandet. Doch diesmal hat es mich zum persönlichen Schreiben hingezogen. Zum Tagebuchschreiben, zum Journaling, zum Schreiben für und über mich selbst. Das hat einerseits mit den wunderbaren Erfahrungen aus meinem Masterstudium zu tun, aber auch mit meinem eigenen Weg: Mehr denn je habe ich in diesem Jahr an mir selbst die heilsame, positive und bestärkende Kraft des Schreibens erfahren (dabei schreibe ich auf diese Art bereits seit über 20 Jahren).

Ich habe viel mit den Möglichkeiten und Methoden des Schreibens experimentiert und genau beobachtet, wann mir welche Art zu schreiben gut tut. Soviel vorweg: Ich brauche das Schreiben in so ziemlich jeder Lebenslage. Und das meine ich wirklich als Notwendigkeit. Neu war für mich, dass ich die Klärung auf dem Papier brauche, um danach überhaupt über neue Eindrücke, Gedanken und Gefühle sprechen zu können.

Eine spannende Erfahrung in diesem Jahr war eine Biografische Schreibwerkstatt für das Business (Me Myself and my Business von Uta Jugert), an der ich teilgenommen habe. In diesem Rahmen sind ein Großteil der Webseiten-Texte für Stille Seiten entstanden.

Von Auszeiten, Übergängen und natürlichen Rhythmen

Wie auch in den Vorjahren war ich viel in der Natur. Ich mag die Eigenheiten und Atmosphäre, die jede Jahreszeit mit sich bringt. Meine liebste Zeit ist der Übergang vom Spätsommer in den Herbst. Für Zeiten des Übergangs nehme ich mir inzwischen Zeit zum Reflektieren.

In 2021 waren das zum Beispiel die Jahresreflexion und der Jahresstart, die Sommersonnenwende und Wintersonnenwende. Daran schließen sich die Rauhnächte an, mit denen ich bereits in das Jahr 2020/2021 gestartet bin und die ich auch in diesem Jahr – mit Stift und Papier an meiner Seite – zum Loslassen und Neuausrichten nutzen werde. In diesem Jahr hat mich zudem der Mondzyklus begleitet und ich habe begonnen, im Rhythmus der Mondphasen Vollmond- oder Neumond-Yoga zu praktizieren.

Eine vollkommen neue und wertvolle Erfahrung habe ich im September auf einem Stille Retreat in Bad Antogast im Schwarzwald gemacht. In dieser einwöchigen Auszeit gab es neben Yoga, Meditationen, Atemübungen, dem leckersten ayurvedischen Essen und Natur vor der Zimmertür vier Tage Zeit für Stille und Schweigen. Was für eine schöne innere Reise das war! Und auch wenn wir während des Schweigens nicht schreiben sollte, musste ich abends ein paar Seiten in meinem Journal notieren, auch um die Klarheit, die ich fühlte und in der ich dachte, festzuhalten.

Eindrücke von meinen Streifzügen durch die Natur während des Stille Retreats

Ausblick 2022: Was habe ich vor?

Dieser Abschnitt ist immer der Moment, in dem ich meine Ziele aus dem letzten Jahresrückblick anschaue. Zwei der vier Punkte habe ich erreicht:

  • Stille Seiten weiterzuentwickeln und dort der Kraft des Schreibens mehr Raum zu geben
  • selbst mehr literarisch zu schreiben

Und die anderen beiden haben sich in 2022 verlagert: mehr Wissen, Erfahrungen und Übungen teilen und weitere Kurse und Workshops anbieten.

Für das neue Jahr steht folgendes bevor:

  • Im Frühjahr 2022 plane ich eine Reihe von Online-Schreibabenden (im Rahmen meines Praxismoduls im Studium)
  • Im Herbst 2022 beginne ich mit meiner Master-Arbeit und der Abschluss des Studiums rückt näher (wobei ich jetzt schon sagen kann, dass das nicht die letzte Aus- und Weiterbildung war)
  • Ich plane weitere Angebote auf Stille Seiten in unterschiedlichen Formaten
  • Ich möchte mich tiefer damit beschäftigen, wie aus den persönlichen Texten Geschichten entstehen

Und zu guter Letzt: Mein Wort für das neue Jahr wird Balance & Intuition!

Danke an alle, die seit Langen oder seit Kurzem mitlesen! Ich freue mich über jede*n, die/der mir auf meinem Weg folgt und Teil der Schreibreise zu sich selbst ist.

Ich wünsche euch einen wundervollen Jahresausklang mit Momenten zum Ausruhen, Krafttanken und Innehalten. Kommt gut ins neue Jahr!

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Das Schreiben ist mein Spiegel

Das Schreiben ist mein Spiegel

Alles was ich schreibe, zeigt ein Stück von mir. Ein Bruchstück. Eine Scherbe, manchmal. Und je mehr ich schreibe, desto mehr wird ein Spiegel daraus.

Auf dem Papier kann ich sein, wer ich bin und werden wer ich sein möchte. Das Papier hört mir zu und wirft manchmal ein Echo zurück. Manchmal trifft es mich, weil es mir zeigt, was ich übersehen habe, überdacht und übergangen habe. Dann tröstet es mich, denn diese Klarheit vertreibt den Schmerz. Wenn ich nicht weiter weiß, schreibe ich. Wenn ich traurig bin, schreibe ich.

Das Papier weiß alles über mich, mehr als ich anderen erzählen kann. Das Papier sieht mich und hilft mir dabei, ich selbst zu sein. Es urteilt nicht. Ich vertraue in das Papier, in den Prozess, in meine Hand, die mich und meine Gedanken trägt, ihnen Klarheit gibt und Gewicht verleiht. Ich vertraue dem Papier, das den Geschichten meines Lebens Gestalt gibt, Worte schenkt und sie mich umschreiben lässt, wann immer ich das möchte und bereit dazu bin.

Das Papier ist mein Spiegelbild, nicht immer geliebt und doch sind wir verbunden. Ich lese mich und wenn ich die Spiegelschrift entschlüssle, erkenne ich mich. Ich schreibe mich fort, fort von hier und lande doch immer im Hier und Jetzt.

Wen siehst du, wenn du in den Spiegel siehst?
Kannst du dich lesen, geschrieben in Spiegelschrift?

Jahresrückblick 2020: Mein Jahr der Reflexion

Jahresrückblick 2020: Mein Jahr der Reflexion

Wenn ich an das Jahr 2020 denke, denke ich an ein Jahr, das Wellen schlug. Und gerade weil ich auf Federschrift etwas untergetaucht bin, möchte ich in diesem Jahresrückblick zurückschauen – ganz besonders, um davon zu erzählen, dass das Schreiben mein Rettungsring und Anker war, der mich sicher durch dieses Jahr gebracht hat.

Wenn ich mir ansehe, was ich mir alles für 2020 vorgenommen hatte, bin ich noch lange nicht am Ziel, aber auf dem Weg. Ein wichtiges Zwischenziel werde ich noch in diesem Jahr erreichen: meinen ersten Schreib-Workshop.

Federschrift in Zahlen

In diesem Jahr war es sehr still hier. Diesen Jahresrückblick eingerechnet, habe ich zwei Artikel geschrieben und zwei Inspirationsletter versendet. Dagegen hat sich die Zahl der Abonnent*innen meines Inspirationsletters verdoppelt.

Das sind die Artikel, die in 2020 am meisten gelesen wurden:

  1. Der erste Satz: Wie du Leser verführst und deine Geschichte beginnst (mit 15 Beispielen für gelungene Satzanfänge)
  2. Blackout Poetry – Eine kreative Schreibübung für visuelle Gedichte
  3. Die Kunst des letzten Satzes – So schreibst du ein gutes Ende (mit Beispielen aus der Literatur)

Jobwechsel, Homeoffice und Zeit in der Natur

Mein Jahr begann mit den letzten Wochen in meinem alten Job. Auch wenn ich die letzten Tagen nur so heruntergezählt habe, waren sie schwerer als gedacht. Bei uns ist es Tradition, jeden mit einer Wortmarke zu verabschieden. Ich schaue sie mir gerne an, weil sie mit schönen Erinnerungen verbunden ist und mir zeigt, was ich für tolle Kolleg*innen hatte:

Nach nur sieben Wochen in meinem neuen Job wechselte ich ins Dauer-Homeoffice. Inzwischen arbeite ich schon länger von Hause als vom Büro aus – für mich als leiser Mensch die ideale Arbeitsumgebung. Mir ist außerdem bewusst geworden, dass sich mein Leben rein äußerlich gar nicht so sehr von dem vor Corona unterscheidet. Ich lese und schreibe – in Stille und zu Hause. Sport mache ich seit Jahren in meinem Wohnzimmer, mein Obst und Gemüse kommt mit der Bio-Kiste an meine Haustür, ich koche lieber selbst anstatt Essen zu gehen, mit Freunden treffe ich mich am liebsten außerhalb der Gruppe für 1:1-Gespräche und für meine Spaziergänge kann ich jederzeit vor die Tür. Und in der Natur habe ich dieses Jahr viel Zeit verbracht:

 Aerial Yoga und Yoga-Routine

Im Februar habe ich meinen ersten Kurs in Aerial Yoga besucht. Schon lange haben mich die Bilder davon fasziniert, in einem Tuch zu schweben und zu schaukeln. Kurz danach hing mein eigenes Aerial Tuch zu Hause an der Decke.

Meine Yoga-Praxis auf der Matte habe ich außerdem in diesem Jahr intensiviert und erneut mit dem 21-Tage-Programm aus dem wunderbaren Buch Mein Neustart mit Yoga von Nicola Jane Hobbs geübt. Es verbindet Achtsamkeits-, Journaling-, Yoga-Übungen und Meditationen gegen Stress und Ängste.

Die (Wieder-)Entdeckung meiner Schreibstimme

Neben Yoga ist das Schreiben mein zweiter Weg, um mit Unsicherheiten, Veränderungen und den vielen Gedanken tagein, tagaus umzugehen. Ich habe in diesem Jahr so viel wie schon lange nicht mehr geschrieben. Ich habe Seite über Seite nur für mich geschrieben. Ich habe den Echoraum in mir entdeckt und alles aus mir herausfließen lassen. Dabei habe ich gelernt, mich noch weniger zu zensieren und auch meine rohen Texte zu mögen, die ehrlicher sind als alles, was ich überarbeite, und in denen die eigentlichen Schätze und (Lebens-)Themen schlummern.

Wieder Studentin: Biografisches und Kreatives Schreiben

Seit Oktober bin ich wieder (Teilzeit-)Studentin. Für die nächsten zweieinhalb Jahre studiere ich den Master Biografisches und Kreatives Schreiben an der Alice Salomon Hochschule in Berlin. Es war schon lange mein Wunsch und ist für mich der nächste Schritt, um noch mehr über Schreibpädagogik zu lernen, um dich und viele andere beim Schreiben zu begleiten.

Im Rahmen des Studiums führe ich noch bis (mindestens) März 2021 einen Blog über das Journaling. Bis dahin erscheint jeden Sonntag ein neuer Artikel. Ich plane, noch mehr aus dieser Seite zu machen und lade dich daher gerne ein, mitzulesen auf Stille Seiten.

Stille Seiten Journaling

Einladung zur Jahresreflexion 2020/2021

Wie angekündigt, wird es einen Schreib-Workshop mit mir geben: eine Online Schreib-Session zum Jahreswechsel. In der ersten lade ich dich dazu ein, das Jahr 2020 gemeinsam schreibend zu reflektieren. Und in der zweiten stimmen wir uns mit Impulsfragen und Kreativübungen schreibend auf das Jahr 2021 ein.

Jahresreflexion 2020/2021

Jahresreflexion 2020/2021

Ausblick auf 2021

Das war natürlich nur ein Ausschnitt der Themen, die mich in diesem Jahr beschäftigt haben. Wie es bei Wellengang nunmal so ist, kommt so einiges an die Oberfläche oder wird weggespült. Ich weiß, dass ich den Weg weitergehen werde und das bedeutet:

  • mehr Wissen, Erfahrungen und Übungen zu teilen,
  • weitere Kurse und Workshops anzubieten (sicherlich auch im Rahmen meines Praxismoduls im Studium),
  • Federschrift und/oder Stille Seiten weiterzuentwickeln und dort der Kraft des Schreibens mehr Raum zu geben,
  • selbst mehr literarisch zu schreiben (ich denke da immer noch an meine Ideen von einem Fotografie-Literatur-Projekt und Kurzgeschichten-Band).

Dabei nehme ich diesen Leitgedanken mit:

Angst lähmt, Mut verleiht Flügel

France Gauthier

Danke an alle, die bis hierhin gelesen haben, und mich auch im neuen Jahr auf diesem Weg begleiten werden.

Ich wünsche euch einen wundervollen Jahresausklang und einen guten Start ins neue Jahr – und freue mich, wenn wir uns in einer der Schreib-Sessions sehen.

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